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Forschungsdatenmanagement

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Elektronische Messung zur Datenerhebung

Nach Abschluss des Projekts

Nachdem ein Projekt abgeschlossen ist, wird die Pflege der erhobenen Forschungsdaten oft vernachlässigt. Die Daten können jedoch als Grundlage oder Vergleichsmaterial für spätere Forschungsfragen dienen. Daher ist es wichtig, entstandene Daten langfristig auffindbar und den Entstehungskontext nachvollziehbar zu machen.

Forschungsdaten unterliegen während des Projekts einer ständigen Veränderung, was durch ein effektives Datenmanagement unterstützt werden sollte. Dieses umfasst die sichere Aufbewahrung (Backup) der aktuellen Daten und deren Anreicherung mit zusätzlichen Informationen (Metadaten), die den Kontext der Entstehung und Verarbeitung der Daten beschreiben. Am Ende eines Projekts sollten alle Daten in einer endgültigen Version vorliegen, in der sie auch der späteren Nachnutzung zur Verfügung gestellt werden können. Die Universität Bayreuth empfiehlt ihren Angehörigen, darauf hinzuwirken, dass Forschungsdaten möglichst frühzeitig öffentlich zugänglich gemacht werden (siehe Leitlinien)

Daten langfristig speichern

Warum reicht ein Backup der Daten zur langfristigen Speicherung nicht aus?Einklappen

Aktuell verwendete Dateiformate können unter Umständen zukünftig nicht mehr zugänglich und interpretierbar sein. Damit gehen die erforschten Inhalte verloren, selbst wenn die physischen Daten (bitstream) noch vorhanden sind. Ein Backup sichert die Daten unabhängig von ihrem Zustand, auch beschädigte Dateien oder obsolete Formate. Bei einem Backup werden die Daten mit einem Minimalset an (technischen) Metadaten gespeichert Diese enthalten beispielsweise keine Informationen zum Entstehungskontext der Daten, was zur Formaterhaltung notwendig ist. Eine Langzeitarchivierung stellt dagegen sicher, dass Inhalte und Eigenschaften der archivierten Objekte systemunabhängig in Zukunft zur Verfügung stehen.

Welche Möglichkeiten der langfristigen Speicherung gibt es an der UBT?Einklappen

Möchten Sie Ihre Forschungsdaten archivieren, steht Ihnen das Research Data Repositorium (RADAR) zur Verfügung. Die UBT verfügt über einen Vertrag für diese generische, disziplinübergreifende Dienstleistung. RADAR bietet eine zentrale Anlaufstelle zur Archivierung und Publikation vielfältiger Daten und Dateiformate. Da es disziplinübergreifend konzipiert wurde, gibt es keine Einschränkungen hinsichtlich der archivierbaren Dateiformate. Das reine Archivierungsangebot umfasst dabei die langfristige Speicherung paketierter Daten für eine vom Kunden festgelegte Haltefrist (5-15 Jahre). Nach Ablauf der Haltefrist kann diese verlängert oder die Daten gelöscht werden. Eine aktuelle Preisliste für die Archivierung Ihrer Daten in RADAR finden Sie auf der Webseite des Projekts.

Wie kann ich Daten in RADAR archivieren?Einklappen

Bevor Sie Ihre Daten in RADAR archivieren können, müssen Sie diese mit zusätzlichen Informationen (Metadaten) anreichern und in sogenannte Ingest-Pakete schnüren. Für die Vergabe der Metadaten stellt der Dienst auf der RADAR-Plattform ein Formular bereit. Alternativ ist es möglich, die Metadaten offline als XML-Datei zu erstellen und dann auf die RADAR-Plattform hochzuladen. Das Zusammenstellen der Ingest-Pakete erfolgt über ein Webportal im temporären Speicher der RADAR-Plattform.

Zur Beantragung eines Zugangs zu RADAR wenden Sie sich bitte an Claudia Piesche vom IT-Servicezentrum.

Daten publizieren

Digitale Forschungsdaten können in einem Repositorium oder einem verschiedenen Data Journals oder in auf Daten beschränkten Sektionen etablierter Journals veröffentlicht werden. Während bei einer Veröffentlichung in Data Journals häufig der Verlag die Zugriffsrechte festlegt, bieten viele Repositorien neben einem kostenfreien Zugang zu den Daten auch die Angabe der Zugangsbeschränkungen durch den Bereitsteller der Daten.

Für eine Datenpublikation in einem Repositorium stehen fachübergreifende Repositorien wie RADAR oder fachspezifische Repositorien zur Verfügung. Die Ablage der Daten in einem Repositorium unterstützt die Sichtbarkeit der Daten und damit der Forschungsleistung und verbessert ihre Referenzierbarkeit durch die Vergabe eines persistenten Identifikators (zum Beispiel DOI).

Hinweis: Bitte achten Sie bei der Publikation von Daten, wie auch bei der Publikation von Artikeln, darauf, dass die Universität Bayreuth korrekt in der Affiliation erscheint. Empfehlungen zur standardisierten Angabe der Affiliation für Angehörige der Universität Bayreuth finden Sie in der Publikationsrichtlinie „Die institutionelle Zugehörigkeit (Affiliation) bei deutsch- und englischsprachigen Publikationen“.

Wie finde ich ein geeignetes Repositorium?Einklappen

In Fachgebieten, die eine hohe Kollaborationskultur aufweisen, gibt es in der Regel bereits zentrale, externe Datenrepositorien zur Aufnahme von Daten. Sind solche Fachrepositorien vorhanden, sollten die Daten dort abgelegt werden. Die Sichtbarkeit der Daten und damit der Forschungsleistung, die Vergabe eines eindeutigen Identifiers (meistens DOI) sowie die Nachnutzung der Daten sind in diesen Fachportalen optimal unterstützt. Einen Überblick und Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Repositorium bietet re3data und RIsources der DFG. Eine ausführliche Liste der gängigen Repositorien, gegliedert nach Fachbereichen, wird vom Open Access Directory (OAD) oder dem Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) bereitgestellt.

Wie kann ich meine Daten außerhalb eines Fachrepositoriums publizieren?Einklappen

Gibt es in Ihrem Fachgebiet kein disziplinspezifisches Repositorium oder Data Journal zur Publikation der Daten, können Sie das Research Data Repositorium (RADAR) nutzen. Die UBT verfügt über einen Vertrag für diese generische, disziplinübergreifende Dienstleistung. Werden Daten über RADAR publiziert, bietet das System über die Oberfläche verschiedene Funktionalitäten, wie den Zugriff auf die Daten (Landing Page) und die Möglichkeit eines Peer Reviews für Forschungsdaten als eigenständige Publikation oder als Addendum zu einer klassischen Publikation. Für publizierte Daten gilt eine Haltefrist von mindestens 25 Jahren, wobei eine unbegrenzte Aufbewahrung angestrebt wird. Auf jeden Fall werden die Daten nicht gelöscht. Eine aktuelle Preisliste für die Publikation Ihrer Daten in RADAR finden Sie auf der Webseite des Projekts.

Bevor Sie Ihre Daten in RADAR publizieren können, müssen Sie diese mit Metadaten anreichern und in sogenannte Ingest-Pakete schnüren. Die Metadaten der publizierten Daten stehen unter einer CC0-Lizenz und sind u.a. über den DataCite-Metadatenstore abrufbar. Des Weiteren werden die Metadaten zum Harvesting via OAI-PMH zur Verfügung gestellt. Für die Vergabe der Metadaten stellt der Dienst auf der RADAR-Plattform ein Formular bereit. Alternativ ist es möglich, die Metadaten offline als XML-Datei zu erstellen und dann auf die RADAR-Plattform hochzuladen. Das Zusammenstellen der Ingest-Pakete erfolgt über ein Webportal im temporären Speicher der RADAR-Plattform.

Zur Beantragung eines Zugangs zu RADAR wenden Sie sich bitte an Dr. Andreas Weber oder Claudia Piesche vom IT-Servicezentrum.

Was ist eine DOI und wie gelange ich an eine DOI für meine Daten?Einklappen

"Die Vergabe eines Digital Object Identifier (DOI) ermöglicht es, auf Objekte nachhaltig und eindeutig zuzugreifen. Ein DOI kann ähnlich einer ISBN zur Identifizierung eines Objektes eingesetzt werden und besitzt die Funktion, dieses zu lokalisieren. Auf diese Weise können wissenschaftliche Ergebnisse zuverlässig und in standardisierter Form zitiert werden." (Beschreibung aus: TIB Hannover - DOI-Service)

Sollten Sie zur Publikation Ihrer Daten, inklusive DOI-Vergabe kein zentrales (Fach)Repositorium nutzen können, bietet die UBT einen Server für Digitale Objekte (DO@UBT) an. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Daten zu sichern und flexibel mit beschreibenden Informationen (Metadaten) zu hinterlegen. Zusätzlich dazu gibt es die Möglichkeit, derzeit noch manuell, DOIs für die dort publizierten Daten zu beantragen.

Die UBT besitzt einen Vertrag mit der TIB Hannover, wodurch wir eigene DOIs vergeben und dort registrieren können. Voraussetzung zur Vergabe einer DOI sind die Angabe beschreibender Informationen (Metadaten) zum Datenobjekt in Form einer XML-Datei (Schema und Beispiel) und die Angabe einer persistenten Landingpage als Übersichtsseite für die Datenobjekte.

Pflichtangaben für die Metadaten sind:

  • Identifer
  • Creator
  • Title
  • Publisher
  • PublicationYear
  • ResourceType

Die Angabe einer Landingpage für die Daten ist obligatorisch. Diese wird beim Auflösen der DOI aufgerufen und ist für jedermann frei zugänglich. Sie muss auch dann noch vorhanden sein, wenn das Objekt nicht mehr verfügbar oder der Zugang zu diesem nur restriktiv möglich ist.

Weitere Informationen zur individuellen DOI Vergabe an der UBT erhalten Sie bei Claudia Piesche vom IT-Servicezentrum.

Welche Lizenz sollte ich für die Veröffentlichung meiner Daten wählen?Einklappen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Bayreuth können frei wählen, ob und welche Lizenz sie ihren Forschungsdaten geben, solange den Anforderungen der Förderer und dem rechtlichen Rahmen (z.B. bestehende Patente, Rechte Dritter) entsprochen wird.

Informationen zu den Creative Common Lizenzen finden Sie hier. Zusätzlich bietet EUDAT ein License Selector Tool an.

Warum ist eine Autorenidentifikation sinnvoll?Einklappen

Durch persistente Autorenidentifikatoren können (Daten-) Publikationen auch bei Namensänderungen oder unterschiedlichen Schreibweisen eindeutig einer Person zugeordnet werden.

Gängige Identifier sind zum Beispiel:

  • die international zunehmend an Bedeutung gewinnende Open Researcher and Contributor ID (ORCID), die von den Forschenden selbst gepflegt werden kann. Mittels einer ORCID-Kennung können Sie außerdem die bibliographischen Daten zu Ihren Forschungsdaten und Publikationen aus verschiedenen Quellen in ORCID zusammenführen und Ihre Publikationsliste an einem zentralen Ort verwalten. Angaben im eigenen ORCID-Profil und die Zugänglichkeit der Daten sind unter Kontrolle der WissenschaftlerInnen.
  • die ResearcherID im Web of Science, die von den Autoren und Autorinnen selbst angelegt werden muss
  • die Scopus Author ID, die automatisch erstellt wird, sobald eine Publikation in Scopus verzeichnet wird
  • und die Gemeinsame Normdatei (GND), die von der Deutschen Nationalbibliothek sowie weiteren Einrichtungen gepflegt wird.

Die Vergabe von eindeutigen Identifikatoren für Autorinnen und Autoren gewinnt derzeit stark an Bedeutung. Insbesondere die Verwendung der ORCID (Open Researcher and Contributor ID) wird daher ausdrücklich empfohlen.

Wie werden Forschungsdaten korrekt zitiert?Einklappen

Korrektes Zitieren ist Teil der guten wissenschaftlichen Praxis und betrifft sowohl die eigenen Daten, die von anderen Nutzern zitiert werden müssen, als auch das Zitieren von fremden Daten. Hinweise zum richtigen Zitieren von Forschungsdaten gibt es, sowohl für Datenautoren als auch für Datennutzer, auf den Seiten der Initiative forschungsdaten.info.

Unter welchen Umständen und wie sollten Daten sinnvoll geteilt werden?Einklappen

Gemäß den Leitlinien der Universität Bayreuth zum Forschungsdatenmanagement legt jede Forscherin und jeder Forscher der Universität Bayreuth innerhalb des rechtlichen Rahmens fest, zu welchem Zeitpunkt und zu welchen Bedingungen ihre bzw. seine Forschungsdaten zugänglich gemacht werden. Die Universität empfiehlt dabei ihren Angehörigen gemäß den Grundsätzen zum Umgang mit Forschungsdaten der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen vom 24. Juni 2010 und der Stellungnahme der G8-Wissenschaftsminister vom 12. Juni 2013 darauf hinzuwirken, dass Forschungsdaten möglichst frühzeitig öffentlich zugänglich gemacht werden.

Das Teilen von Forschungsdaten über die Mitglieder der eigenen Arbeitsgruppe oder des Konsortiums hinaus wird zunehmend Bestandteil des Forschungsdatenmanagements. Es entspricht den Open Science Anforderungen vieler Förderer und

  • fördert die wissenschaftliche Debatte und Transparenz (offene Wissenschaftskultur)
  • fördert wissenschaftliche Innovation (mögliche neue Nachnutzung der Daten, neue oder ergänzende Hypothesen)
  • ermöglicht die qualitative Prüfung der Forschungsmethoden und Ergebnisse
  • ermöglicht neue Kooperationen weltweit
  • erhöht Sichtbarkeit und Einfluss der Forschungsergebnisse
  • reduziert Kosten von Versuchsduplikationen
  • ergibt Ressourcen für die Lehre
Wann sollte man Daten nicht teilen?Einklappen
  • Daten haben kommerziellen/industriellen Wert: ein Patent ist/wird beantragt
  • Lizenzeinschränkungen
  • Daten sind aus Sicherheitsgründen sensitiv
  • Daten sind persönlicher/vertraulicher Natur
  • andere rechtliche Gründe
Welche Zugangsbeschränkungen auf geteilte Daten sind sinnvoll?Einklappen

Auch wenn man dem Teilen der eigenen Forschungsdaten offen gegenübersteht oder dies von den Förderern verlangt wird, gibt es die Möglichkeit, den Zugang zu beschränken. Dies hängt von den Funktionalitäten der Repositorien ab, aber kann z.B. in folgender Weise geschehen:

  • Genaue Nutzerbeschränkungen (‚Use Constraints‘) formulieren, in denen definiert wird, wer die Daten nutzen darf
  • Zugang zu Daten auf registrierte Nutzer beschränken: Nutzer des Repositoriums müssen sich registrieren und u.U. bestimmte Kriterien erfüllen, bevor sie Daten herunterladen können
  • Zugang nur auf Anfrage gewähren
  • Embargo setzen: ab wann werden Daten geteilt (übliche Embargozeiten sind in den Naturwissenschaften 6 Monate, in den Humanwissenschaften 12 Monate, aber dies liegt im Ermessen des Forschenden)

Unser Beratungsangebot nach Abschluss des Projekts

In Kooperation von Forschungsförderung, Universitätsbibliothek und IT-Servicezentrum gibt es an der UBT folgende Angebote:

  • Beratung zu den Möglichkeiten, Forschungsdaten zu veröffentlichen (Repositorien, Datenjournale)
  • DOI Vergabe für die Publikation von Forschungsdaten an der Universität
  • Beratung zur langfristigen Verfügbarkeit von Forschungsdaten (Metadatenvergabe, Archivierung, Nutzung von RADAR)

Verantwortlich für die Redaktion: Claudia Piesche

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